De'Longhi Dedica EC 685 im Test: Siebträger-Einstieg im Schmalformat

Reviews 8 Min

Die De'Longhi Dedica EC 685 ist eine der meistverkauften Einsteiger-Siebträgermaschinen. Wir testen, was die schmale Thermoblock-Maschine kann.

7,0 / 10 Gesamtbewertung
Espresso-Qualität 6,5
Dampf/Milch 6,0
Bedienung 8,0
Verarbeitung 7,0
Preis-Leistung 8,0

Die De'Longhi Dedica EC 685 ist der Bestseller unter den Einsteiger-Siebträgermaschinen. Für rund 200 € bekommst du eine Maschine, die kaum breiter als eine Wasserflasche ist – aber kann sie auch brauchbaren Espresso? Wir haben sie im Alltag getestet.

Dedica EC 685 auf einen Blick

Eigenschaft Wert
Typ Thermoblock (Einkreiser)
Druck 15 bar (Pumpe), ca. 9 bar am Puck
Aufheizzeit ca. 40 Sekunden
Wassertank 1,1 L (abnehmbar)
Maße (B×H×T) 15 × 33 × 30 cm
Gewicht ca. 4,2 kg
Siebträger 51 mm (Pressurized + Non-Pressurized)
Preis ab ca. 180 €

Design und Verarbeitung

Die Dedica macht ihrem Namen alle Ehre: Mit nur 15 cm Breite passt sie in die schmalste Küchenecke. Das Gehäuse ist aus gebürstetem Edelstahl, fühlt sich für den Preis überraschend wertig an. Die Tropfschale ist klein, aber funktional. Die drei Tasten auf der Oberseite (1 Tasse, 2 Tassen, Dampf) sind selbsterklärend.

Was auffällt: Die Maschine ist extrem leicht (4,2 kg). Beim Einspannen des Siebträgers muss man sie festhalten – die Standfestigkeit ist nicht ideal.

Technik unter der Haube

Thermoblock statt Kessel

Anders als klassische Espressomaschinen hat die Dedica keinen Kessel, sondern einen Thermoblock – ein Durchlauferhitzer, der Wasser on-demand erhitzt. Vorteil: Die Maschine ist in 40 Sekunden betriebsbereit. Nachteil: Die Temperaturstabilität ist deutlich schlechter als bei Kesselmaschinen.

51-mm-Siebträger

Der 51-mm-Siebträger ist kleiner als der 58-mm-Standard. Das bedeutet: weniger Kaffeemehl (ca. 14–16 g statt 18–20 g) und ein kleinerer Puck. Die Auswahl an Zubehör (Duschen, Siebe, Tamper) ist begrenzter. De'Longhi liefert ein Pressurized-Sieb mit, das auch mit gröberem Mahlgrad eine Crema erzeugt – für Einsteiger praktisch, für Fortgeschrittene limitierend.

Tipp: Ein Non-Pressurized-Sieb (z. B. von IMS) und ein passender Tamper* verwandeln die Dedica in eine deutlich ernsthaftere Maschine. Dieser Mod ist fast Pflicht.

Espresso-Qualität im Alltag

Mit dem mitgelieferten Pressurized-Sieb und vorgemahlenem Kaffee bekommst du einen trinkbaren, aber nicht herausragenden Espresso. Die Crema sieht gut aus (wird vom Sieb erzwungen), aber Geschmack und Körper bleiben hinter richtigen Espressomaschinen zurück.

Der Gamechanger ist die Kombination aus Non-Pressurized-Sieb + frisch gemahlenem Kaffee von einer ordentlichen Mühle. Damit holt man aus der Dedica erstaunlich gute Ergebnisse – nicht auf dem Niveau einer Rancilio Silvia oder Gaggia Classic, aber respektabel für den Preis.

Die Temperatur schwankt stärker als bei Kesselmaschinen. Ein häufiger Hack: Leerbezug vor dem eigentlichen Shot, um die Brühgruppe vorzuheizen. Nicht elegant, aber wirksam.

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Milchschaum und Dampf

Die Dampflanze ist dünn und liefert moderaten Dampf. Für Cappuccino reicht es, aber Latte Art wird zur Herausforderung. Die Dampfzeit bis zum fertigen Mikroschaum ist länger als bei Einkreisern mit echtem Kessel.

Nach dem Dampfbezug musst du warten, bis der Thermoblock wieder auf Brühtemperatur abgekühlt ist – oder einen „Purge" machen. Das unterbricht den Workflow etwas.

Bedienung und Workflow

Drei Tasten, ein Drehregler für Dampf – einfacher geht es nicht. Die programmierbare Bezugsmenge (lang drücken = eigene Menge speichern) ist ein nettes Feature. Aufheizen, einspannen, Knopf drücken – fertig in unter zwei Minuten.

Für Einsteiger ist das perfekt. Es gibt keine Lernkurve bei der Bedienung – nur beim Mahlgrad und der Dosierung, was aber für jede Siebträgermaschine gilt.

Reinigung und Wartung

  • Tropfschale täglich leeren
  • Siebträger und Sieb nach jeder Nutzung ausspülen
  • Entkalken alle 1–3 Monate (Maschine hat Entkalkungsanzeige)
  • Duschen monatlich mit Kaffeefett-Reiniger einweichen

Die Wartung ist minimal – kein E61-Schmieren, keine Rückspülung nötig. Das spart Zeit und senkt die Folgekosten.

Für wen eignet sich die Dedica EC 685?

  • Absolute Einsteiger, die zum ersten Mal Siebträger ausprobieren wollen
  • Platzmangel-Geplagte – 15 cm Breite sind unschlagbar
  • Budget unter 300 € (Maschine + Tamper + Non-Pressurized-Sieb)
  • Nicht ideal für ambitionierte Homebaristas, die sich langfristig steigern wollen – der 51-mm-Siebträger limitiert

Vergleich mit Alternativen

Eigenschaft De'Longhi Dedica Sage Bambino Gaggia Classic Evo Pro Rancilio Silvia
Typ Thermoblock Thermoblock Einkreiser Einkreiser
Siebträger 51 mm 54 mm 58 mm 58 mm
Aufheizzeit 40 Sek. 3 Sek. 10 Min. 12 Min.
PID Nein Nein Ja (Evo Pro) Nein (nachrüstbar)
Preis ab 180 € ab 300 € ab 450 € ab 500 €
Besonderheit Schmalste am Markt Auto-Milchschaum Klassiker, 58mm Profi-Einkreiser

Fazit: Lohnt sich die Dedica EC 685?

Die Dedica ist der günstigste Einstieg in die Siebträger-Welt – und mit den richtigen Mods (Non-Pressurized-Sieb, gute Mühle, passender Tamper) liefert sie respektable Ergebnisse. Wer nur herausfinden will, ob Siebträger etwas für ihn ist, riskiert hier wenig.

Langfristig wirst du aber an die Grenzen des 51-mm-Systems stoßen. Wenn du von Anfang an in einen Sage Bambino oder gar eine Gaggia Classic investierst, hast du mehr Upgradeweg.

Unser Urteil: Die Dedica EC 685 ist der perfekte „Ist Siebträger was für mich?"-Test. Für mehr braucht man mehr Maschine.

Vorteile

  • Günstigster Einstieg in die Siebträger-Welt
  • Extrem kompakt (15 cm breit)
  • Schnelle Aufheizzeit unter 40 Sekunden
  • Einfache Bedienung mit drei Tasten

Nachteile

  • Thermoblock limitiert Temperaturstabilität
  • Dampflanze schwach, Latte Art nur eingeschränkt möglich
  • Pressurized Basket als Standard (echtes Sieb nachrüsten)

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Häufige Fragen

Kann man mit der De'Longhi Dedica guten Espresso machen?
Ja, mit Modifikationen: unpressurized Sieb nachrüsten, gute Mühle verwenden, und die Temperatur über den Service-Modus anpassen. Out of the box ist das Ergebnis ordentlich, aber nicht vergleichbar mit einer E61-Maschine.
Welche Modifikationen sind bei der Dedica sinnvoll?
Die drei wichtigsten: 1) Unpressurized Basket (ca. 15 €), 2) Bottomless Portafilter (ca. 25 €), 3) Temperatur-Anpassung im Service-Modus. Damit holt man deutlich mehr aus der Maschine heraus.
De'Longhi Dedica oder Sage Bambino?
Der Bambino hat den schnelleren Thermojet, bessere Dampfleistung und ein besseres Milchsystem. Die Dedica ist schmaler und günstiger. Für Milchgetränke: Bambino. Für minimale Stellfläche: Dedica.

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