
Kaffee-Varietäten erklärt: Bourbon, Typica, Gesha und mehr
Bourbon, Typica, Gesha, SL28 – hinter jedem Specialty Coffee steckt eine Varietät. Was sie unterscheidet und warum es für den Geschmack wichtig ist.
Was ist eine Varietät?
Innerhalb der Spezies Coffea arabica gibt es hunderte Varietäten – genetische Untergruppen, die sich in Wuchsform, Widerstandsfähigkeit und vor allem Geschmack unterscheiden. Vergleichbar mit Rebsorten beim Wein: So wie Riesling anders schmeckt als Chardonnay, schmeckt Bourbon anders als Gesha.
Die Varietät ist einer der wichtigsten Geschmacksfaktoren – neben Terroir, Aufbereitung und Röstung. Auf vielen Specialty-Packungen steht sie deshalb prominent neben Herkunft und Farm.
Die wichtigsten Varietäten
Typica
Die Urvarietät, von der fast alle anderen abstammen. Ursprünglich aus Äthiopien über Jemen nach Indien und in die Karibik verbreitet.
- Geschmack: Klar, süß, ausgewogen, manchmal blumig
- Ertrag: Gering – daher selten in großem Maßstab angebaut
- Verbreitung: Lateinamerika, Südostasien
Bourbon
Mutation von Typica, benannt nach der Insel Réunion (ehemals Île Bourbon). Etwas höherer Ertrag als Typica.
- Geschmack: Süß, komplex, oft karamellig mit feiner Säure
- Varianten: Red Bourbon, Yellow Bourbon, Pink Bourbon – benannt nach der Farbe der reifen Kirschen
- Verbreitung: Lateinamerika, Ostafrika
Gesha / Geisha
Ursprünglich aus dem Gesha-Wald in Äthiopien, berühmt geworden durch Panama (Hacienda La Esmeralda, 2004). Gilt als die außergewöhnlichste Arabica-Varietät.
- Geschmack: Außergewöhnlich blumig, jasmin-artig, teeähnlich, tropische Frucht
- Preis: Oft die teuerste Varietät bei Auktionen (100+ USD/lb Rohkaffee)
- Anbau: Empfindlich, geringer Ertrag, braucht hohe Lagen (1 600+ m)
SL28 und SL34
In den 1930ern von Scott Laboratories in Kenia selektiert. Prägen den typischen kenianischen Geschmack.
- SL28: Intensive Beerenfrucht, Johannisbeere, hohe Säure, voller Körper
- SL34: Ähnlich, etwas weniger intensiv, breiter Körper
- Verbreitung: Kenia, Uganda
Caturra
Natürliche Mutation von Bourbon, entdeckt in Brasilien um 1937. Kompakter Wuchs, guter Ertrag.
- Geschmack: Zitrusartig, lebhaft, mittlerer Körper
- Verbreitung: Kolumbien, Mittelamerika, Brasilien
Catuai
Kreuzung aus Mundo Novo × Caturra. Robust, hoher Ertrag.
- Geschmack: Nussig, schokoladig, eher klassisch
- Verbreitung: Brasilien (eine der häufigsten Varietäten)
Pacamara
Kreuzung aus Pacas × Maragogype (Riesenbohne). Große Bohnen, komplexer Geschmack.
- Geschmack: Blumig, fruchtig, cremiger Körper
- Verbreitung: El Salvador, Honduras, Guatemala
Catimor und Sarchimor
Kreuzungen mit Timor Hybrid (natürliche Arabica × Robusta-Kreuzung), die Kaffeerost-Resistenz bringen. Geschmacklich oft weniger komplex, aber agronomisch wertvoll. Neuere Varianten wie Centroamericano und Starmaya zeigen deutlich bessere Cup-Qualität.
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Schnellübersicht
| Varietät | Geschmacksprofil | Typische Herkunft |
|---|---|---|
| Typica | Klar, süß, ausgewogen | Lateinamerika |
| Bourbon | Süß, Karamell, komplex | Lateinamerika, Afrika |
| Gesha | Blumig, Jasmin, Tee | Panama, Äthiopien, Kolumbien |
| SL28 | Beerenfrucht, hohe Säure | Kenia |
| Caturra | Zitrus, lebhaft | Kolumbien, Mittelamerika |
| Catuai | Nussig, schokoladig | Brasilien |
| Pacamara | Blumig, fruchtig, cremig | El Salvador |
Warum es für dich wichtig ist
- Geschmacksorientierung: Gesha → blumig, SL28 → beerig, Bourbon → süß
- Terroir-Effekt: Gleiche Varietät, anderer Boden, anderes Klima = anderer Geschmack
- Bewusster Einkauf: Wer die Varietät kennt, kann gezielter wählen
Die Varietät ist das Fundament des Geschmacks. Aufbereitung und Röstung formen es weiter – aber das Rohmaterial bestimmt die Richtung.
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