DF64 Gen 2: Single-Dose-Espressomühle zum Kampfpreis

Die DF64 Gen 2 bietet 64-mm-Mahlscheiben und Single-Dose-Konzept für 449 € – ein Bruchteil der Konkurrenz. Im Fokus: Mahlqualität, Retention und den Vergleich mit Eureka und Niche.

8,5 / 10 Gesamtbewertung
Mahlqualität 8,5
Einstellbarkeit 9,0
Bedienung 7,5
Verarbeitung 7,0
Preis-Leistung 9,0

Die DF64 Gen 2* hat in der Homebarista-Community für Aufsehen gesorgt: eine Single-Dose-Espressomühle mit 64-mm-Flachmahlwerk und optionalen Titan-Mahlscheiben für 449 € – ein Preis, der deutlich unter der Konkurrenz von Niche Zero (ca. 600 €) oder Eureka Mignon Single Dose (ab 500 €) liegt.

Was ist Single Dosing?

Beim Single Dosing wiegst du pro Bezug exakt die Menge Bohnen ab, die du brauchst (z. B. 18 g). Im Gegensatz zu klassischen Mühlen mit großem Bohnenbehälter gibt es keinen Vorratsbehälter – du füllst nur so viel ein, wie gemahlen werden soll.

Vorteil: Kein altes Kaffeemehl (Retention) im Mahlwerk, das den nächsten Shot verfälscht. Nachteil: Du brauchst eine genaue Waage und wiegst jedes Mal ab.

Technische Daten

Eigenschaft Wert
Mahlwerk 64 mm flach (austauschbar)
Standard-Mahlscheiben Red Titanium Burrs
Mahlgradverstellung Stufenlos
Retention < 0,3 g (mit Bellows)
Motor Brushless DC, 1.400 RPM
Gewicht ca. 7 kg
Maße (B×H×T) 130 × 380 × 225 mm
Preis (ca.) ab 449 €*

Gen 2 vs. Gen 1: Was hat sich geändert?

Die Gen 2 adressiert die größten Kritikpunkte der ersten Version:

  • Weniger Retention: Überarbeiteter Mahlkanal, Bellows-System serienmäßig
  • Leiserer Motor: Brushless-Motor statt Bürstenmotor – deutlich weniger Lärm
  • Bessere Verarbeitung: Stabileres Gehäuse, weniger Vibrationen
  • Red Titanium Burrs serienmäßig: Die aufpreispflichtigen Titan-Mahlscheiben* sind jetzt Standard

Mahlqualität

Espresso

Die 64-mm-Flachscheiben liefern eine ausgezeichnete Partikelverteilung für Espresso. Die Crema ist dicht und gleichmäßig, die Extraktion sauber. Im Blindtest gegen eine Eureka Mignon Specialita (450 €) schneidet die DF64 gleichwertig ab – bei Espresso sogar mit leichtem Vorteil dank der größeren 64-mm-Scheiben.

Filterkaffee

Für Filterkaffee ist die DF64 weniger geeignet. Die stufenlose Verstellung im groben Bereich ist ungenau, und die Partikelverteilung bei grobem Mahlgrad nicht auf dem Niveau einer Allround-Mühle wie der Mahlkönig X54. Die DF64 ist klar eine Espresso-Mühle.

Tipp: Wenn du sowohl Espresso als auch Filter brühst, brauchst du eine zweite Mühle für Filter – z. B. eine Comandante C40 oder die Mahlkönig X54.

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Retention: Fast null

Mit dem serienmäßigen Bellows (Blasebalg, den du nach dem Mahlen zusammendrückst) liegt die Retention bei unter 0,3 g. Das bedeutet: Was du oben einfüllst, kommt fast vollständig unten raus. Für Single Dosing essenziell.

Im Vergleich: Die Eureka Mignon Libra hat eine Retention von ca. 0,3 g (mit Waage kompensiert), klassische Mühlen mit Bohnenbehälter halten 2–5 g zurück.

DF64 vs. Eureka Mignon vs. Niche Zero

Merkmal DF64 Gen 2 Eureka Mignon Libra Niche Zero
Mahlwerk 64 mm flach 55 mm flach 63 mm konisch
Mahlscheiben Red Titanium Edelstahl Mazzer konisch
Retention < 0,3 g ca. 0,3 g < 0,5 g
Espresso Ausgezeichnet Ausgezeichnet Sehr gut
Filter Eingeschränkt Eingeschränkt Gut
Integrierte Waage
Preis ab 449 € ab 420 € ab 600 €

Burr-Upgrades

Ein Alleinstellungsmerkmal der DF64: Die Mahlscheiben sind austauschbar. Du kannst von den Standard-Red-Titanium-Burrs auf SSP-Scheiben (Unimodal oder Bimodal) upgraden – ein Upgrade, das normalerweise nur bei Profi-Mühlen möglich ist.

  • SSP Unimodal (Cast): Hellerer, klarerer Espresso – ideal für helle Röstungen
  • SSP Bimodal (Multipurpose): Klassisches Espresso-Profil mit mehr Körper

Die Standard-Red-Titanium-Burrs sind für 90 % der Nutzer absolut ausreichend. SSP-Upgrades sind für Enthusiasten, die das Maximum rausholen wollen.

Handhabung im Alltag

Der Workflow ist simpel:

  1. Bohnen abwiegen (18 g)
  2. In den Trichter füllen
  3. Mühle starten (Knopf oder Touchsensor)
  4. Bellows drücken, um Rest-Kaffeemehl auszublasen
  5. Mahlgut in den Siebträger klopfen

Die DF64 ist leiser als die Gen 1, aber immer noch lauter als eine Eureka Mignon. Der brushless Motor vibriert weniger – die Mühle wandert nicht mehr über die Arbeitsfläche.

Für wen ist die DF64 Gen 2?

  • Espresso-Enthusiasten: Beste Mahlqualität für unter 500 € dank 64-mm-Scheiben
  • Single-Dose-Fans: Minimale Retention, kein altes Kaffeemehl
  • Tinkerer: Austauschbare Mahlscheiben für Upgrades
  • Nicht ideal für: Filterkaffee-Trinker (→ Mahlkönig X54), Einsteiger ohne Waage, Wer maximale Stille braucht

Schwächen und Kritikpunkte

  • Verarbeitung: Solide, aber nicht auf ECM/Eureka-Niveau – Spaltmaße könnten besser sein
  • Lautstärke: Leiser als Gen 1, aber lauter als Eureka-Mühlen
  • Kein Dosierungsautomatik: Du musst manuell starten und stoppen (oder nach Gewicht mit externer Waage)
  • Filterkaffee schwach: Grober Mahlgrad ungenau
  • Service/Garantie: Chinesischer Hersteller, Service-Netzwerk dünner als bei Eureka/Mahlkönig

Fazit

Die DF64 Gen 2* ist die beste Espressomühle unter 500 € für Single-Dose-Workflows. Die 64-mm-Flachscheiben liefern Ergebnisse auf dem Niveau von Mühlen, die das Doppelte kosten. Die austauschbaren Mahlscheiben sind ein Bonus für Experimentierfreudige. Einzige Kompromisse: Verarbeitung und Service.

Unser Urteil: Kampfpreis-Champion für Espresso. Wer Single Dosing will und keine 600+ € ausgeben möchte, nimmt die DF64 Gen 2.

Vorteile

  • Hervorragender Preis für 64-mm-Flat-Burrs
  • Single-Dose-Design: frisch mahlen pro Shot
  • Stufenlose Einstellung für maximale Feinjustierung
  • Upgrade-Burrs (SSP) nachrüstbar

Nachteile

  • Retention von 0,5–1 g ohne Modifikationen
  • Relativ laut im Betrieb
  • Verarbeitungsqualität nicht auf Eureka/Mahlkönig-Niveau

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Häufige Fragen

DF64 oder Eureka Mignon Specialita?
Die DF64 hat das größere Mahlwerk (64 mm vs. 55 mm) und ist günstiger, die Specialita ist leiser und hat die bessere Verarbeitung. Für Single-Dosing: DF64. Für einen Hopper-Workflow: Specialita.
Lohnen sich SSP-Burrs in der DF64?
Ja, SSP-Burrs (ca. 150–200 €) heben die Mahlqualität auf Niche-Zero-Niveau. Besonders für helle Röstungen lohnt sich das Upgrade. Für dunkle Röstungen reichen die Standard-Burrs.
Wie reduziert man die Retention bei der DF64?
Drei Maßnahmen: 1) RDT (Ross Droplet Technique) – ein Tropfen Wasser auf die Bohnen gegen Statik, 2) Bellows/Blasebalg am Auswurf, 3) Declumper-Mod. Damit sinkt die Retention auf unter 0,2 g.

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