Fellow Opus im Test: Die beste Allround-Mühle unter 300 €?

Die Fellow Opus ist eine elektrische Allround-Kaffeemühle für Filter und Espresso. Wir testen Mahlqualität, Retention und ob sie die Lücke zwischen Budget- und Premium-Segment füllt.

Die Fellow Opus* kam 2023 auf den Markt und positioniert sich als Allround-Mühle, die sowohl für Filterkaffee als auch für Espresso funktionieren soll – und das unter 300 €. Ein ambitioniertes Versprechen. Wir haben sie über mehrere Wochen im Alltag getestet.

Was macht die Fellow Opus besonders?

Fellow ist bekannt für durchdachtes Design – und die Opus ist keine Ausnahme. Das konische 40-mm-Edelstahl-Mahlwerk sitzt in einem kompakten, minimalistischen Gehäuse. Der entscheidende Punkt: Fellow hat die Opus als Single-Dose-Mühle konzipiert. Kein Bohnenbehälter, kein Timer – du wiegst die Bohnen ab, füllst sie ein, mahlst. Das minimiert Retention und hält den Kaffee frisch.

Die Mahlgradverstellung ist stufenlos mit einer gut ablesbaren Skala von 1 (fein/Espresso) bis 11 (grob/French Press). Dazwischen liegen Markierungen für verschiedene Brühmethoden.

Technische Daten

Eigenschaft Wert
Mahlwerk 40 mm konisch, Edelstahl
Mahlgradverstellung Stufenlos (1–11)
Drehzahl ca. 400 U/min
Fassungsvermögen ca. 100 g (ohne Bohnenbehälter)
Gewicht ca. 3,0 kg
Maße 120 × 230 × 190 mm
Material Aluminium, Edelstahl
Preis (ca.) ab 270 €*

Mahlqualität: Espresso und Filter

Für Filterkaffee

Die Opus zeigt ihre Stärke im mittleren bis groben Bereich. Die Partikelverteilung ist gleichmäßig, der Geschmack in der Tasse klar und sauber. Im Vergleich zur Baratza Encore liefert die Opus eine spürbar homogenere Mahlung mit weniger Fines (Feinstaub).

Für Handfilter, Chemex und French Press ist die Opus eine exzellente Wahl.

Für Espresso

Im Espresso-Bereich funktioniert die Opus, hat aber Grenzen. Bei 40-mm-Konen und stufenloser Verstellung kannst du den Mahlgrad fein genug einstellen – die Partikelverteilung ist allerdings nicht so eng wie bei spezialisierten Espressomühlen wie der Eureka Mignon oder der DF64. Für helle Röstungen und leichte Röstungen merkst du den Unterschied; für mittlere und dunkle Röstungen ist das Ergebnis absolut solide.

Tipp: Die Opus ist ideal, wenn du zwischen Filter und Espresso wechselst. Für reinen Espresso-Betrieb gibt es bessere Optionen in der gleichen Preisklasse.

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Retention und Single-Dose-Betrieb

Die Retention liegt bei 0,2–0,4 g – ein guter Wert für eine elektrische Mühle in dieser Preisklasse. Der Bellow (Blasebalg) am Deckel hilft, die letzten Partikel herauszublasen. Im Vergleich: Die Baratza Encore hält typisch 1–2 g zurück, die DF64 kommt auf unter 0,1 g.

Der Auffangbehälter ist magnetisch befestigt und lässt sich leicht abnehmen. Die Bedienung ist simpel: Bohnen einfüllen, Taste drücken, fertig. Es gibt keine Timer-Funktion – bei einer Single-Dose-Mühle braucht man das auch nicht.

Handhabung und Design

Fellow hat das Design der Opus auf das Wesentliche reduziert: ein Drehknopf für den Mahlgrad, ein Taster zum Starten. Das Gehäuse ist stabil, der Standfuß rutschfest. Die Lautstärke liegt bei ca. 75 dB – leiser als eine Baratza, lauter als eine Eureka Mignon.

Die Reinigung ist einfach: Oberen Ring abschrauben, Konen abbürsten. Für eine Tiefenreinigung lässt sich das Mahlwerk in unter einer Minute ausbauen.

Fellow Opus vs. Baratza Encore vs. Comandante C40

Merkmal Fellow Opus Baratza Encore Comandante C40
Typ Elektrisch, Single Dose Elektrisch, Bohnenbehälter Handmühle
Mahlwerk 40 mm konisch 40 mm konisch Nitro Blade konisch
Espresso Brauchbar Nicht empfohlen Mit Red Clix gut
Filter Sehr gut Gut Referenzklasse
Retention 0,2–0,4 g 1–2 g <0,1 g
Preis ab 270 € ab 170 € ab 230 €

Die Baratza Encore ist günstiger, aber schlechter bei Espresso und hat deutlich mehr Retention. Die Comandante C40 liefert bessere Filterergebnisse, ist aber eine Handmühle – wer morgens keine Kraft hat, greift zur Opus.

Für wen ist die Fellow Opus?

  • Allrounder: Wer sowohl Espresso als auch Filter brüht und eine einzige Mühle will
  • Designbewusste: Wer Wert auf Ästhetik und minimalistische Bedienung legt
  • Aufsteiger: Wer von einer Einsteigermühle (Timemore, Baratza) upgraden will, aber kein Premium-Budget hat
  • Nicht ideal für: Reine Espresso-Enthusiasten (besser: Eureka Specialita) oder Pour-Over-Puristen (besser: Comandante)

Schwächen und Kritikpunkte

  • Espresso-Partikelverteilung: Gut, aber nicht auf dem Niveau spezialisierter Espressomühlen
  • Kein Timer: Bewusste Designentscheidung, aber für manche unpraktisch
  • Preis: Mit 270 € am oberen Ende des Segments – die Konkurrenz bietet ähnliches für weniger

Fazit

Die Fellow Opus* ist die beste elektrische Allround-Mühle unter 300 € für Leute, die zwischen Espresso und Filter wechseln. Die Mahlqualität ist für Filter exzellent und für Espresso solide, das Design erstklassig und die Retention für eine E-Mühle sehr niedrig. Wer eine reine Espressomühle sucht, greift zur Eureka Mignon Specialita – für alles andere ist die Opus eine hervorragende Wahl.

Unser Urteil: Die schönste Allround-Mühle am Markt. Für Filter top, für Espresso gut – ideal für Wechselbrüher.

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Häufige Fragen

Ist die Fellow Opus gut für Espresso?
Die Opus ist primär als Allround-Mühle konzipiert. Für Filterkaffee ist sie sehr gut, für Espresso akzeptabel aber nicht herausragend. Die 40-mm-Kegelmahlscheiben liefern für den Preis (ca. 200 €) ein gutes, aber nicht Espresso-spezialisiertes Ergebnis.
Fellow Opus oder Baratza Encore — welche Einstiegsmühle?
Fellow Opus: modernes Design, leiser, 41 Mahlgrade, gute Allround-Performance. Baratza Encore: bewährter Klassiker, mehr Mahlgrade, besserer Kundensupport und Ersatzteilverfügbarkeit. Für Filterkaffee: beide gut. Für gelegentlichen Espresso: Fellow Opus hat leicht die Nase vorn.
Wie laut ist die Fellow Opus?
Die Fellow Opus ist leiser als die meisten Mühlen in ihrer Preisklasse — ca. 70 dB (vergleichbar mit einem Gespräch). Zum Vergleich: Baratza Encore ca. 75 dB, Eureka Mignon ca. 65 dB. Morgens früh im Mehrfamilienhaus ok, aber nicht flüsterleise.

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