Espresso bitter? Die häufigsten Ursachen
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Bitter, trocken, hinten am Gaumen kratzend – das sind die typischen Symptome eines über-extrahierten Espressos. So identifizierst und löst du das Problem.
Bitterkeit ist ein Symptom
Bitter heißt meistens: über-extrahiert. Das Wasser hat zu viele Stoffe aus dem Kaffeemehl gelöst – inklusive der spät austretenden Bittersubstanzen. Es kann aber auch an der Bohne, an der Maschine oder am Wasser liegen.
Checkliste in der Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit
- Mahlgrad zu fein. Bezugszeit über 35 Sekunden? Eine bis zwei Stufen gröber mahlen.
- Dosis zu hoch. 18 g im 18-g-Sieb sind das Maximum. Bei 20 g im 18-g-Sieb wird der Puck gequetscht und über-extrahiert.
- Brühwasser zu heiß. Über 96 °C riskiert verbrannte Aromen. Maschine 30 Minuten warmlaufen lassen, danach Temperatur prüfen.
- Bohne zu alt oder zu dunkel geröstet. Bohnen über zwei Monate, sehr dunkle Italian Roasts und billige Robusta-Anteile bringen Bitternoten mit.
- Verschmutzte Maschine. Alte Kaffeeöle in Brühgruppe und Sieb oxidieren ranzig-bitter. Wochenrückspülung mit Reiniger ist Pflicht.
- Wasser zu hart. Hohe Carbonathärte hebt Bittertöne und verkalkt zusätzlich.
Schneller Test
Stelle den Mahlgrad zwei Stufen gröber und ziehe den nächsten Shot. Wenn der bittere Charakter sofort nachlässt, war Über-Extraktion die Ursache. Wenn nicht, geh die Liste weiter.
Wenn nichts hilft
Probiere eine frisch geröstete, helle bis mittlere Single-Origin-Bohne. Wenn diese ebenfalls bitter schmeckt, liegt das Problem an Maschine, Wasser oder Pflege – nicht an der Bohne.