Espresso Martini zubereiten – Cocktail-Klassiker mit echter Crema

Wodka, Kaffeelikör, frischer Espresso, Eis: Geschüttelt, nicht gerührt. So baust du den perfekten Espresso Martini mit dichter Schaumkrone.

Espresso Martini — Zutaten und Zubereitung

Was ist ein Espresso Martini?

Der Espresso Martini ist ein Cocktail aus Wodka, frischem Espresso, Kaffeelikör und Zuckersirup. Er wurde 1983 vom Londoner Bartender Dick Bradsell erfunden, angeblich auf Wunsch eines Models, das ein Getränk wollte, das „wach macht und gleichzeitig betrunken". Das Ergebnis wurde einer der ikonischsten Cocktails der Bargeschichte.

Der Espresso Martini hat trotz seines Namens nichts mit einem klassischen Martini gemeinsam – kein Gin, kein Wermut. Er wird in einer Martini-Schale serviert, daher der Name. Die drei kaffeefarbenen Bohnen auf dem Schaum sind reine Tradition und stehen angeblich für Gesundheit, Wohlstand und Glück.

Zutaten

Für einen Espresso Martini:

  • 50 ml Wodka (neutral, kein aromatisierter)
  • 30 ml frischer Espresso (1 Shot, frisch gezogen und leicht abgekühlt)
  • 15 ml Kaffeelikör (Kahlúa, Mr. Black oder ähnlich)
  • 10 ml Zuckersirup (Simple Syrup: Zucker + Wasser 1:1)
  • Eiswürfel (zum Shaken, viel)
  • 3 Kaffeebohnen (Garnitur)

Varianten der Süße

  • Kahlúa ist bereits süß – bei Kahlúa kannst du den Zuckersirup reduzieren oder weglassen
  • Mr. Black ist trockener und intensiver – hier brauchst du den Sirup
  • Tia Maria liegt dazwischen

Equipment

  • Cocktail-Shaker (Boston Shaker oder Cobbler)
  • Hawthorne-Sieb (Barstrainer)
  • Martini-Glas (Cocktailschale, 150–200 ml)
  • Espresso-Brüher
  • Jigger (Messbecher)

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Espresso ziehen

Ziehe einen frischen Espresso und lass ihn 1–2 Minuten abkühlen. Der Espresso sollte nicht mehr heiß sein (sonst schmilzt das Eis zu schnell im Shaker), aber auch nicht kalt (sonst verliert er Aromen). Lauwarm ist perfekt.

Wichtig: Der Espresso muss frisch sein. Alter oder kalter Espresso aus dem Kühlschrank ergibt keinen Schaum. Die Crema-Öle des frischen Espresso sind für die charakteristische Schaumschicht verantwortlich.

2. Glas kühlen

Stelle das Martini-Glas ins Eisfach oder fülle es mit Eis und Wasser. Ein kaltes Glas hält den Cocktail länger auf Temperatur.

3. Shaker vorbereiten

Fülle den Shaker zu drei Vierteln mit Eiswürfeln. Große Würfel sind besser als Crushed Ice – sie kühlen schnell, schmelzen aber langsamer.

4. Zutaten messen und einfüllen

Gib in den Shaker:

  1. 50 ml Wodka
  2. 30 ml Espresso (lauwarm)
  3. 15 ml Kaffeelikör
  4. 10 ml Zuckersirup

5. Shaken – hart und lang

Shake mindestens 15–20 Sekunden, kräftig und energisch. Das aggressive Shaken ist entscheidend:

  • Es kühlt den Drink schnell ab
  • Es emulgiert die Espresso-Öle mit dem Alkohol
  • Es erzeugt die charakteristische, cremige Schaumschicht oben

Du merkst, dass es reicht, wenn der Shaker außen eiskalt beschlagen ist.

6. Abseihen

Leere das Eis-Wasser aus dem Martini-Glas. Seihe den Cocktail durch den Hawthorne-Sieb in das Glas ab. Der Schaum setzt sich oben ab.

7. Garnieren

Setze drei Kaffeebohnen mittig auf den Schaum. Sie sollten in einem Dreieck liegen und nicht sofort einsinken – wenn der Schaum dick genug ist, tragen sie die Bohnen.

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Die richtigen Zutaten im Detail

Wodka

  • Neutral und sauber – kein aromatisierter Wodka
  • Standard-Qualität reicht – Absolut, Smirnoff, Finlandia funktionieren gut
  • Premium (Belvedere, Grey Goose) macht einen Unterschied, aber keinen großen – der Espresso und Likör dominieren

Espresso

  • Frisch gezogen – das ist nicht verhandelbar
  • Dunkle Röstung – schokoladige, nussige Noten passen am besten zum Cocktail
  • Starker Shot – nicht unterextrahiert, nicht wässrig
  • AeroPress oder Mokkakanne als Alternative zum Siebträger

Kaffeelikör

  • Mr. Black – trocken, intensiv, weniger süß → bester Kaffeegeschmack
  • Kahlúa – süßer, milder, vanillig → zugänglicher
  • Tia Maria – jamaikanischer Rum-basiert, leicht würzig

Variationen

Espresso Martini mit Baileys

Ersetze 15 ml Wodka durch Baileys. Cremiger und milder.

Salted Caramel Espresso Martini

Karamellsirup statt Zuckersirup + eine Prise Meersalz. Süß-salzig und trendy.

Espresso Martini ohne Alkohol

Espresso + Kaffeelikör (alkoholfrei, z. B. Lyre's) + Zuckersirup + Eis. Shaken wie normal.

White Espresso Martini

Weißer Kaffeelikör (Mr. Black Amaro) statt normalem. Hellere Farbe, anderes Aromenprofil.

Tiramisu Martini

Espresso Martini + Mascarpone-Schaum oben + Kakao. Dessert im Glas.

Häufige Fehler

Fehler Problem Lösung
Alter Espresso Kein Schaum, flacher Geschmack Immer frisch ziehen
Zu wenig Shaken Dünner Schaum, nicht kalt genug 15–20 Sek. kräftig shaken
Zu viel Sirup Zu süß, überdeckt den Kaffee Bei Kahlúa: kein Sirup nötig
Crushed Ice Zu schnell verwässert Große Eiswürfel verwenden
Warmes Glas Drink wird sofort lauwarm Glas vorkühlen
Billiger Kaffeelikör Künstlicher Geschmack Mr. Black oder Kahlúa verwenden

Wann serviert man einen Espresso Martini?

  • Als After-Dinner-Drink – ersetzt Espresso und Digestif
  • Auf Partys – beeindruckend und einfach in Serie zu machen
  • An der Bar – einer der meistbestellten Cocktails weltweit
  • Als Date-Drink – elegant, fotogen und gesprächsfördernd

Koffein und Alkohol

Ein Espresso Martini enthält:

  • 60–80 mg Koffein (ein Espresso-Shot)
  • Ca. 20 ml reinen Alkohol (Wodka + Likör)

Das Koffein überdeckt die Müdigkeit, die Alkohol normalerweise erzeugt – man fühlt sich wach und betrunken gleichzeitig. Das war exakt die Bestellung des Models 1983.

Tipps

  1. Frischer Espresso – die wichtigste Zutat für den Schaum
  2. Hart shaken – 15–20 Sekunden, kein Rühren
  3. Glas vorkühlen – mindestens 10 Minuten im Eisfach
  4. Nicht zu süß – lieber nachsüßen als zu viel Sirup
  5. Drei Bohnen – Tradition, nicht optional
  6. Sofort servieren – der Schaum fällt nach 2–3 Minuten zusammen

Der Espresso Martini ist der Cocktail, der beweist, dass Kaffee nach 18 Uhr eine brillante Idee sein kann.

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Häufige Fragen

Welcher Wodka eignet sich für Espresso Martini?
Ein neutraler, sauberer Wodka mittlerer Preisklasse (Absolut, Ketel One, Grey Goose). Zu billiger Wodka kann einen scharfen Alkoholgeschmack hinterlassen. Aromatisierte Wodkas (Vanille) verändern den Charakter — erst pur probieren, bevor man experimentiert.
Kann man Espresso Martini vorbereiten?
Ja — als Batched Cocktail ohne Eis mischen und im Kühlschrank lagern (hält 2–3 Tage). Zum Servieren portionsweise mit Eis shaken. Den Espresso vorher abkühlen lassen. Die Crema-Schicht entsteht erst beim finalen Shaken.
Wer hat den Espresso Martini erfunden?
Der Espresso Martini wurde 1983 von dem britischen Barkeeper Dick Bradsell in London kreiert. Angeblich bat ein Model ihn um einen Drink, der sie gleichzeitig aufweckt und betrunken macht.
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